Die in der
Kampfkunst
Kali anhand der Übungswaffen erfahrenen Verteidigungsprinzipien lassen sich unmittelbar in der praktischen
Selbstverteidigung
anwenden: Gegenstände des Alltags (Schlüssel, Stein, Schirm, Fahrradpumpe, Kugelschreiber, Trinkglas, Küchenmesser,...) werden in den Händen eines Kali-Kämpfers oder einer Kali-Kämpferin zu effektiven Waffen, wodurch die Chancen gegenüber einem ansonsten überlegenen Angreifer deutlich verbessert werden. Trainierte Hände und Füße bilden für die Kali-Kämpfer eine zweite Verteidigungs- bzw. "Waffenlinie".
Doch auch wenn nur die natürlichen Körperwaffen (Faust, Ellbogen, Fuß, Knie, ...) zur Verfügung stehen (was im übrigen nur selten der Fall ist) bietet das waffenorientierte Training klar erkennbare Vorteile gegenüber dem rein waffenlosen Training: Das Training mit armlangen Übungsstöcken hilft, den Schwung einer Bewegung besser zu verstehen und den eigenen Körper besser zu koordinieren und zu kontrollieren. Körperliche Fertigkeiten wie Schnelligkeit und funktionelle Kraft werden dabei automatisch entwickelt. Außerdem werden durch das Training mit dem Waffen auch im besonderen Maße geistige Fähigkeiten wie Mut und Entschlußkraft gestärkt.
Im Kali wird jedoch nicht nur die Verteidigung MIT Waffen, sondern auch die Verteidigung GEGEN Waffen unterrichtet. Dazu muß auch der Angriff selbst studiert werden, denn nur wenn man die Gefahr kennt und weiß, woher sie kommt, kann man sich auch sinnvoll verteidigen. Am Beginn jeder Verteidigungssituation steht zum Beispiel die elementare Entscheidung: Werde ich kooperieren, flüchten oder kämpfen? Würden Sie diese existentielle Entscheidung im Ernstfall aufgrund ungeprüfter Annahmen fällen wollen?